Discord implementiert eine universelle Altersüberprüfung für Inhalte für Erwachsene

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Discord, die weit verbreitete Messaging-Plattform mit über 200 Millionen aktiven Nutzern pro Monat, führt ab März eine obligatorische Altersverifizierung für den Zugriff auf Inhalte und Funktionen für Erwachsene ein. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer zunehmenden Überprüfung von Social-Media-Plattformen hinsichtlich der Sicherheit von Teenagern und folgt auf eine Klage aus dem Jahr 2025, in der behauptet wird, die Plattform habe die Körperpflege und sexuelle Ausbeutung eines Minderjährigen erleichtert.

Neue Richtliniendetails

Ab nächsten Monat werden alle Benutzerkonten standardmäßig auf „Sicherheitseinstellungen für Jugendliche“ eingestellt, wodurch der Zugang zu Bereichen für Erwachsene eingeschränkt wird, sofern das Alter nicht überprüft wird. Während die „überwiegende Mehrheit“ der Benutzer nicht aufgefordert wird, ihr Alter zu bestätigen, wird Discord ein Inferenzmodell verwenden, das die Kontolaufzeit und -aktivität analysiert, um das Alter zu bestimmen. Nicht verifizierte oder gekennzeichnete Konten müssen durch Gesichtsscans oder Drittanbieterdienste wie K-ID verifiziert werden.

Erwachsene behalten vollen Zugriff auf ungefilterte Inhalte, altersbeschränkte Kanäle, Direktnachrichten und Sprach-/Videofunktionen. Jugendliche bleiben in eingeschränkten Einstellungen, sofern sie nicht überprüft werden. Discord räumt ein, dass Benutzer möglicherweise versuchen, das System zu umgehen, behauptet jedoch, dass die universellen Standardeinstellungen Umgehungen minimieren werden.

Warum das wichtig ist

Die Verschiebung spiegelt den wachsenden Druck auf Technologieunternehmen wider, Minderjährige online zu schützen. Die Klage gegen Discord und Roblox im Jahr 2025 verdeutlichte die potenzielle Rolle der Plattformen bei der Manipulation und Ausbeutung. Der Vorfall unterstreicht die Schwierigkeit, benutzergenerierte Inhalte zu moderieren, und die Notwendigkeit strenger Sicherheitsmaßnahmen. Die Antwort von Discord ist zwar kontrovers, stellt aber einen bedeutenden Schritt hin zur Durchsetzung altersbezogener Inhalte dar.

Datenschutzbedenken und frühere Fehler

Die Einführung der Altersverifizierung durch Discord ist nicht ohne Risiko. Die Plattform stand zuvor in Großbritannien und Australien vor Herausforderungen, wo Benutzer Schecks mit gefälschten Bildern umgingen. Bei einem Verstoß gegen den Kundensupport eines Drittanbieters im Oktober wurden 70.000 Regierungsausweise offengelegt. An k-ID übermittelte Discord-Antragsdokumente werden umgehend gelöscht, es bestehen jedoch weiterhin Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes.

Savannah Badalich, Leiterin der Produktpolitik bei Discord, bezeichnet die neue Richtlinie als „eine grundlegende Änderung“, die darauf abzielt, offenen Zugang mit erhöhtem Schutz für jüngere Benutzer in Einklang zu bringen. Trotz der Bemühungen der Plattform bleibt die Genauigkeit der Altersvorhersage ungewiss.

Letztendlich signalisiert die neue Richtlinie von Discord einen breiteren Trend zu einer strengeren Inhaltsmoderation und Benutzerüberprüfung in allen sozialen Medien. Der Schritt wirft Fragen zum Datenschutz, zur Durchsetzung und zur Machbarkeit einer vollständigen Verhinderung der Ausbeutung bei gleichzeitiger Wahrung der Benutzerfreiheit auf.