Humanoider Roboter im Wert von 20.000 US-Dollar: Kann Neo tatsächlich bei Ihnen zu Hause funktionieren?

14

Der Wettlauf um den Bau eines funktionsfähigen, erschwinglichen humanoiden Roboters verschärft sich. 1X, ein in Kalifornien ansässiges Unternehmen, glaubt, dass sein Neo-Roboter – zum Preis von 20.000 US-Dollar – einen bedeutenden Fortschritt darstellt. Im Gegensatz zu vielen Roboterprojekten, die sich auf industrielle Aufgaben konzentrieren, ist Neo als Allzweck-Heimassistent konzipiert, der in der Lage ist, zu lernen und sich an reale Umgebungen anzupassen. Der CEO des Unternehmens, Bernt Børnich, sagt, der Schlüssel liege nicht darin, jede Aktion vorzuprogrammieren, sondern dem Roboter die Fähigkeit zu geben, Dinge selbst herauszufinden.

Das Kernkonzept: Ein „Weltmodell“ für Roboter

Der Ansatz von 1X basiert auf einem „Weltmodell“ – einem Computerprogramm, das die Umgebung des Roboters simuliert. Dabei geht es nicht nur um das Erkennen von Objekten; Es geht darum, vorherzusagen, wie sie sich verhalten. Beispielsweise sieht Neo nicht nur eine Haftnotiz; Es versteht, dass Papier von einer Oberfläche abgezogen und gelesen werden kann.

Dies ist von entscheidender Bedeutung, da die reale Welt kein sauberes Labor ist. Die meisten Roboter kämpfen mit unerwarteten Situationen, aber 1X ist davon überzeugt, dass Neo durch das Training großer Mengen menschlicher Verhaltensdaten menschliches Denken nachahmen kann. Der Roboter lernt aus rund einer Million Stunden Videomaterial, das Menschen bei alltäglichen Aufgaben zeigt, einschließlich chaotischer, realer Interaktionen wie dem Öffnen von Schränken oder dem Umgang mit zerbrechlichen Gegenständen.

Wie Neo lernt: Menschliche Interaktion nachahmen

Neo ist körperlich so konzipiert, dass er einem Menschen ähnelt, was laut 1X kein Zufall ist. Die Prämisse ist, dass die Welt für den Menschen geschaffen ist und der Roboter durch die Nachahmung menschlicher Form und Bewegung vorhandenes Wissen darüber nutzen kann, wie Dinge funktionieren. Es greift nicht nur nach Gegenständen; Es passt seinen Griff sorgfältig an, wie es ein Mensch tun würde.

Dieser Ansatz basiert auf der Idee, dass einem Roboter nicht jede Aufgabe explizit beigebracht werden muss. Stattdessen kann es aus dem, was es beobachtet, verallgemeinern. Die frühen Demos des Unternehmens zeigten, dass Neo mit der Autonomie zu kämpfen hat und stark auf die Fernsteuerung durch den Menschen angewiesen ist. Jüngste Tests zeigen jedoch, dass der Roboter Aufgaben wie das Toasten von Brot, das Gießen von Pflanzen und sogar das Eintauchen von Toiletten ohne direkten Eingriff ausführt.

Einschränkungen und Kompromisse

Trotz der Fortschritte ist Neo nicht perfekt. Aufgaben dauern Minuten statt Sekunden, und der Roboter gerät trotzdem gelegentlich ins Stocken. Das Langzeitgedächtnis – die Fähigkeit, sich an vergangene Gespräche oder Vorlieben zu erinnern – bleibt eine große Herausforderung.

1X erkennt diese Einschränkungen an. Kunden, die die Datenfreigabe (zum Schutz der Privatsphäre) ablehnen, können von eingeschränkten Funktionen profitieren, da das System zur Verbesserung auf Benutzerdaten angewiesen ist. Wenn Neo auf unlösbare Situationen stößt, kann ein menschlicher Bediener ihn über ein Virtual-Reality-Headset aus der Ferne steuern. Dies erhöht zwar die Kosten, 1X geht jedoch davon aus, dass die Teleoperation mit zunehmender Autonomie weniger notwendig sein wird.

Die Zukunft humanoider Roboter

Der Vorstoß für humanoide Roboter betrifft nicht nur 1X. Unternehmen wie Tesla, Boston Dynamics und andere verfolgen ähnliche Ziele. Der Trend auf der CES in diesem Jahr verdeutlichte die wachsende Dynamik, wobei der KI-fähige Roboter von LG, der Atlas von Boston Dynamics und andere fortschrittliche Modelle die Show stahlen.

Die entscheidende Frage ist, ob diese Roboter außerhalb kontrollierter Umgebungen wirklich nützlich sein werden. 1X geht davon aus, dass sein World Model-Ansatz dieses Versprechen einlösen wird, aber es handelt sich um ein langfristiges Projekt. Die ersten 10.000 Kunden, die einen Neo für 200 US-Dollar reserviert haben, sind im Wesentlichen Early Adopters, die bereit sind, am Entwicklungsprozess teilzunehmen.

Letztendlich hängt der Erfolg von Neo – und der umfassenderen humanoiden Roboterrevolution – davon ab, ob sich diese Maschinen zuverlässig in den Alltag integrieren lassen, ohne dass ein ständiges menschliches Eingreifen erforderlich ist.

Попередня статтяNYT Mini-Kreuzworträtsellösungen: Antworten vom 18. Januar
Наступна статтяChampions League: Marseille vs. Liverpool – So können Sie live zuschauen