Der drohende Konfliktzyklus: Wie der Krieg zwischen den USA und dem Iran Gefahr läuft, „für immer“ zu werden

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Das aktuelle militärische Engagement mit dem Iran, das unter der Trump-Regierung begonnen wurde, verfestigt sich rasch zu einem Muster unbestimmter, zyklischer Konflikte. Während die anfängliche Rhetorik ehrgeizige Ziele wie einen Regimewechsel suggerierte, ist die Realität eine pragmatischere – und möglicherweise weitaus dauerhaftere – Strategie: die Schwächung der Fähigkeiten Irans durch wiederholte Militäraktionen, anstatt seine Regierung völlig zu stürzen.

Die sich entwickelnden Ziele

Die Ziele von Präsident Trump haben sich von einem offenen Regimewechsel zu einem vagen Ziel verlagert, nämlich sicherzustellen, dass der Iran „keine militärische Bedrohung mehr darstellen kann“. Das Fehlen eines klaren Endpunkts ist bewusst. Durch Luftangriffe werden Regime selten ohne Bodeneingriffe gestürzt, wofür Washington kein Interesse zeigt. Einige Beamte in den USA und Israel halten an der Hoffnung fest, dass anhaltender Druck einen inneren Zusammenbruch auslösen könnte, wie es bei Slobodan Milošević in Serbien der Fall war, oder separatistische Bewegungen wie die Kurden stärken könnte. Geheimdienstinformationen deuten jedoch darauf hin, dass das derzeitige Regime wahrscheinlich überleben wird und zwar schwächer, aber noch gefestigter hervorgehen wird.

Die Logik der Erniedrigung, nicht der Zerstörung

Der Kern der amerikanisch-israelischen Strategie ist nicht die Vernichtung, sondern die Erniedrigung. Die Zerstörung der Raketenprogramme, der Marine und der Nuklearanlagen Irans wird seine regionale Machtprojektion sicherlich behindern. Dennoch sind diese Fähigkeiten wiederherstellbar. Trump selbst hat ein zuvor „ausgelöschtes“ iranisches Atomprogramm als Rechtfertigung für eine weitere Eskalation angeführt und damit einen grundlegenden Fehler aufgezeigt: Militärische Rückschläge beseitigen nicht langfristige Bedrohungen.

Eine überlebende Islamische Republik, die durch den Konflikt möglicherweise stärker radikalisiert wird, wird ihre nuklearen Ambitionen und die Entwicklung ballistischer Raketen wahrscheinlich noch verstärken. Seine nachgewiesene Fähigkeit, die Schifffahrt in der Straße von Hormus zu stören, ist ein weiterer gefährlicher Vorteil, den es zu stärken versuchen wird. Wie Ali Vaez von der International Crisis Group feststellt, befürchtet der Iran einen „Tod durch tausend Kürzungen“ – eine fortwährende militärische Intervention statt eines entscheidenden Ergebnisses.

„Das Gras mähen“: Israels langfristige Strategie

Israel hat diesen zyklischen Ansatz bereits institutionalisiert. Das Konzept des „Mähens des Grases“ – periodische, begrenzte Einsätze zur Degradierung der Fähigkeiten des Feindes – wurde erstmals im Zusammenhang mit Gaza nach dem Konflikt von 2014 formuliert. Statt einer erschöpfenden Besetzung wollte Israel die Hamas durch kurze, wiederholte Angriffe aus dem Gleichgewicht bringen.

Dieses Modell scheiterte spektakulär am 7. Oktober 2023, als die Hamas ihre Überraschungsangriffe startete und bewies, dass zeitweiliger Druck allein einen entschlossenen Gegner nicht ausschalten kann. Israelische Verteidigungsanalysten argumentieren jedoch, dass dies kein Versagen der Strategie, sondern der Umsetzung sei: eine unzureichende Überwachung der wachsenden Fähigkeiten der Hamas.

Israel wendet den gleichen Ansatz seit Jahren auf iranische und Hisbollah-Ziele in Syrien an und weitet ihn nun direkt auf den Iran selbst aus. Nach Ansicht einiger innerhalb der Netanyahu-Regierung bleibt ein Regimewechsel das ultimative Ziel, aber selbst eine weitere Degradierung ist akzeptabel, solange Trump seine Unterstützung aufrechterhält.

Die ungewisse Zukunft

Die Durchführbarkeit dieser Strategie hängt vollständig von der Bereitschaft des Weißen Hauses ab, den Konflikt aufrechtzuerhalten. In der Vergangenheit haben sich US-Präsidenten gegen direkte Maßnahmen gegen den Iran gewehrt, aber Trump hat diesen Präzedenzfall gebrochen. Allerdings ist sein Engagement keineswegs garantiert, insbesondere angesichts seiner Besorgnis über die Energiepreise und Vergeltungsangriffe auf die Golfstaaten.

Sogar eine künftige Regierung, die gegen den Krieg ist, könnte wieder in den Bann gezogen werden. Das Schreckgespenst eines nuklearen Iran bleibt eine starke Abschreckung, und jede vermeintliche Wiederbelebung des iranischen Waffenprogramms könnte unabhängig von diplomatischen Bemühungen eine erneute militärische Intervention auslösen.

Dies deutet darauf hin, dass der aktuelle Krieg kein isoliertes Ereignis ist, sondern vielmehr die Eröffnungssalve in einem möglicherweise unbestimmten Kreislauf der Gewalt. Das langfristige Ergebnis ist möglicherweise kein Regimewechsel, sondern ein anhaltender Zustand der Instabilität, in dem sowohl die USA als auch Israel wiederholt „das Gras mähen“, um die Dominanz über einen geschwächten, aber hartnäckigen Gegner aufrechtzuerhalten.

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