Wie der Raspberry Pi die Codierungskrise in Großbritannien löste

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Weniger Studierende bewarben sich für einen Informatikabschluss in Cambridge. Diejenigen, die sich beworben haben, hatten praktisch keine Programmierkenntnisse. Dies war der beunruhigende Trend, den die Mitarbeiter des Computerlabors Mitte der 2000er Jahre bemerkten. In den 1990er-Jahren kamen die Bewerber häufig aus Haushalten mit leicht programmierbaren Maschinen. In den 2000er Jahren war diese Erfahrung verschwunden.

Die Lücke war nicht nur akademischer Natur. Es war gesellschaftlich. Die Wirtschafts- und Bildungssysteme veränderten sich auf eine Art und Weise, die eine Lösung des Problems erschwerte. Aber es gab einen konkreten Schuldigen, den eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern tatsächlich lösen konnte. Sie erkannten, dass der Mangel an zugänglicher Hardware die nächste Generation an Programmiererlebnissen beeinträchtigte.

Der globale Fachkräftemangel

Dieser Mangel an Programmierkenntnissen begann sich nach außen auszubreiten. Es war nicht mehr nur eine Universitätsfrage. Es war ein Personalproblem. Die Schüler kamen in die Klassenzimmer und brauchten Förderunterricht, bevor sie überhaupt grundlegende Konzepte verstehen konnten. Die Auswirkungen waren über die Grenzen hinweg sichtbar. In Großbritannien, den USA und anderen Ländern war in den 2000er Jahren ein stetiger Rückgang der Informatik-Absolventen zu verzeichnen.

Es bestand die Befürchtung, dass ein anhaltender Mangel die Wettbewerbsfähigkeit des Landes und zukünftige Innovationen beeinträchtigen würde.

Die Konsequenzen waren unmittelbar. Die Spielebranche, einst eine Hochburg britischer Talente, geriet ins Hintertreffen. Der weltweite Mangel an qualifizierten IT-Fachkräften ist zur Normalität geworden. Die Nachfrage nach diesen Arbeitskräften blieb trotz der schwierigen Wirtschaftslage stark. Wir verlassen uns täglich auf digitale Dienste und computergesteuerte Annehmlichkeiten. Wer wird die selbstfahrenden Autos, die Hausputzroboter und die nächste Generation von Videospielen bauen, wenn niemand programmieren kann?

Die Lösung entwickeln

Die Antwort kam von einem ungewöhnlichen Team. Im Jahr 2006 schloss sich Eben Upton von der Fakultät für Informatik in Cambridge mit Rob Mullins, Jack Lang und Alan Mycroft zusammen. Zu ihnen gesellten sich Pete Lomas von Norcott Technologies und David Braben, der Co-Autor des legendären Spiels Elite. Ihr Ziel war einfach. Erstellen Sie einen kostengünstigen, programmierbaren Computer. Geben Sie es möglichst vielen Kindern in die Hände.

Sie legen ein hartes Preisziel fest. 25 $ pro Gerät. Das entsprach ungefähr den Kosten für ein einzelnes Lehrbuch. Für diejenigen, die mehr Leistung brauchten, planten sie sogar ein etwas teureres Modell. Aus diesen Bemühungen entstand die Raspberry Pi Foundation, eine gemeinnützige Organisation, die sich der Wiederbelebung der Computergrundlagen widmet.

Eine Revolution im Kartenformat

Im Jahr 2012 wurde aus dieser Vision ein greifbares Produkt. Der Raspberry Pi wurde vorgestellt. Es hatte die Größe einer Kreditkarte. Es war voll funktionsfähig. Es verfügte über moderne hochauflösende Multimedia-Funktionen. Es war günstig.

Dieses Gerät war nicht nur Hardware. Es war ein Instrument, um einen jahrzehntelangen Rückgang der technischen Ausbildung umzukehren. Es brachte programmierbares Rechnen zurück ins Wohnzimmer. Es gab Kindern die Möglichkeit, den Code zu berühren, der die Welt steuert. Die Kluft zwischen den Aspiranten der 90er und 2000er Jahre blieb viele Jahre lang groß. Aber hier bot sich eine Chance, diese zu überbrücken. Ein kleines Brett nach dem anderen.

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